Luftfeuchtigkeit: Wann kann man lüften?

Lüften ist in den heutigen stark wärmegedämmten Häusern wichtig, um gute Luft zu bekommen und Schimmel zu vermeiden.

Will man richtig lüften, braucht man die Information über die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sowohl innen als auch außen. Dafür braucht man ein entsprechendes Thermometer mit Außenstelle. Die Messgrößen kann man hier in die Tabelle eintragen, um zu erfahren, ob man lüften kann oder nicht - der Mensch hat dafür leider kein oder ein falsches Gefühl.

Aber es gibt eine grobe Näherungsformel: Außen-Luftfeuchtigkeit - 3 * (Innentemperatur - Außentemperatur) => Zu erwartende Innen-Luftfeuchtigkeit.

Die Näherungsformel liefert zwar oft ungenaue Werte, doch in 96 % aller Fälle reicht dies für die Entscheidung, ob man lüften sollte oder nicht.

Wichtig ist es auch zu wissen, dass, wenn die Temperatur hoch geht, die Luftfeuchtigkeit runter geht - und umgekehrt.

 
Das Ermitteln der zu erwartenden Innen-Luftfeuchtigkeit ist insbesondere in den warmen Monaten wichtig, weil man oft tagsüber kein Fenster und keine Balkontür für längere Zeit öffnen sollte (auch nachts geht es leider nicht immer).

Beispiel im Sommer: Innen: 23.0 °C bei 55 %, Außen: 33.0 °C bei 35 %
Die absolute Feuchtigkeit ist innen 11.3 g/m3, aber außen 12.5 g/m3. Das heißt, dass beim Lüften trotz der relativ niedrigen Luftfeuchtigkeit außen daraus durch die Abkühlung der Luft auf die Raumtemperatur eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (hier 61 %) entsteht. Also besser nicht lüften!

Aber auch wenn man bei etwas anderen Werten lüften könnte, würde die Innentemperatur ansteigen - und danach, wenn sie nach dem Lüften wieder herunter geht, geht dadurch dann die Innen-Luftfeuchtigkeit herauf!

Beispiel im Winter: Innen: 21.0 °C bei 55 %, Außen: 7.0 °C bei 85 %
Die absolute Feuchtigkeit ist innen 10.1 g/m3, aber außen 6.6 g/m3. Das heißt, dass man beim Lüften trotz der relativ hohen Luftfeuchtigkeit außen daraus durch die Erwärmung der Luft auf die Raumtemperatur eine erstaunlich niedrige relative Luftfeuchtigkeit (hier 36 %) bekommen würde. Hier sollte man also lüften, auch wenn es regnet!

Im Winter kann man normalerweise immer lüften, im Sommer besser nur in der Frühe oder am Abend, wenn es außen wenigstens kühler (aber leider oft nicht immer trockener) ist.

 
Man sollte also nicht lüften, wenn die absolute Feuchtigkeit (in g/m3) der Außenluft höher ist als die der Innenluft, oder - was das Gleiche ist - die auf die Innentemperatur umgerechnete relative Feuchtigkeit der Außenluft höher ist als die der Innenluft. Beide Daten werden hier nach Eingabe der aktuellen Werte ausgerechnet.

Richtiges Lüften heißt im Winter - um Heizungsenergie zu sparen - Stoßlüften, d.h. zwei gegenüberliegende Fenster oder Türen öffnen, wobei man etwa 5 Minuten lüften kann, wenn es windig ist, sonst mindestens etwa 10-15 Minuten. Mit einem Blick auf die hier errechneten (nach dem Lüften zu erwartenden) Werte kann man auch dann aufhören, wenn die berechnete relative Innen-Luftfeuchtigkeit etwa erreicht ist bzw. sie sich nicht mehr ändert. Viel länger sollte man nicht lüften, da sonst die Raumtemperatur zu stark absinkt (Energieverschwendung) und dadurch dann allmählich auch die Innen-Luftfeuchtigkeit wieder ansteigt.

 
Es ist sinnvoll, sich einen Luftentfeuchter (der die Raumluft ansaugt und mit Hilfe eines Verdampfers der Luft die Feuchtigkeit entzieht) anzuschaffen. Der hilft nicht nur, wenn man nicht lüften kann, weil es zu feucht werden würde, aber auch, wenn man z.B. im Badezimmer Wäsche trocknen muss. Brauchbare Geräte gibt es schon für knapp unter 100 Euro.

Geben Sie die Werte ein:

Innen-Temperatur Innen-Luftfeuchtigkeit
Außen-Temperatur Außen-Luftfeuchtigkeit

Weiterführende Literatur:

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